© Dominique Viet

Rocamadour

der bekannteste Ort Frankreichs

Rocamadour – Pilgerstadt und Wallfahrtsort

Etwas mehr als 600 Einwohner, etwa eine Million Besucher im Jahr: Rocamadour ist einer der bekanntesten und berühmtesten Orte Frankreichs. Der Name leitet sich von dem Eremiten und Heiligen Amadour ab, der – so die Legende – hier am Fuß des steilen Felsens (frz. Roc) lebte und starb.

Die kleine mittelalterliche Stadt klebt wie ein Schwalbennest an der Felswand der Schlucht des Alzou. Allein ihr Anblick vom gegenüberliegenden Aussichtspunkt L’Hospitalitat  – fasziniert Besucher jeden Alters.

Dorf, heilige Stadt, Festung

»Die Häuser über’m Bach, die Kirche über den Häusern, die Felsen über der Kirche und die Festung über den Felsen.« Diese Redewendung aus der Region passt hervorragend zu  Rocamadour. Denn wer genau hinsieht, entdeckt schnell die genannten Ebenen des Städtchens.

Über mehr als 200 Stufen geht es vom Dorf nach oben in die Heilige Stadt, den Sanktuarien, aus dem 12. Jahrhundert mit ihren sieben Gotteshäusern. Am wichtigsten: die Marienkapelle Notre Dame de Rocamadour mit der Krypta des Heiligen Amadour sowie die Basilika Saint-Sauveur. Krypta und Basilika lohnen in jedem Fall einen Besuch. Sie gehören seit 1998 zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Wichtigstes Heiligtum und Ziel zahlloser Pilger ist die schwarze Madonnenfigur (Vierge noire), die hoch über dem Altar thront. Ihr werden wundersame Kräfte zugeschrieben.

Tipp: Wer keine Treppen steigen kann oder möchte: Vom Dorf aus gibt es einen Lift, der Sie bis zu den Sanktuarien bringt.

Die Burg von Rocamadour

Wenn Sie jetzt noch genug Puste haben, steigen Sie noch weiter den Berg hinauf. Zwischen den oberen sakralen Gebäuden entdecken Sie ein rostiges Schwert, das im Felsen steckt. Angeblich handelt es sich um das sagenumwobene Durandal-Schwert aus dem Rolandslied, einem berühmten altfranzösischen Versepos.

Angekommen auf dem Plateau, sehen Sie die Reste der im 14. Jahrhundert erbauten Festung, die früher den Wallfahrtsort beschützte.

Am Jakobsweg in Frankreich

Rocamadour liegt an einem der weniger bekannten Teilstrecken des Jakobswegs, die von Frankreich aus Richtung Santiago di Compostela gehen: der Via Averna, die Clermont-Ferrand und Cahors verbindet.

Vor Jahrhunderten kamen die Besucher von Rocamadour als Büßer. Ihnen war der Gang zu diesem Wallfahrtsort als Buße auferlegt. Vergebung fanden sie in der Wunderkapelle (so der andere Name der Marienkapelle Notre Dame de Rocamadour) mit der Schwarzen Madonna – jedoch erst, wenn sie vorher auf Knien die große Treppe bewältigt hatten.

Rocamadour zum Essen und Trinken

Unter dem Namen Rocamadour erhalten Sie im Dordogne-Tal einen köstlichen kleinen Ziegenkäse, der sowohl cremig als auch trocken vorzüglich schmeckt. Dazu mundet ein roter Amadour, ein Wein aus dem Lot. Und danach können Sie noch ein Stückchen vom Nusskuchen Rocamadour naschen – mit Walnüssen aus der Region. Natürlich gibt es noch andere Spezialitäten im Dordogne-Tal.

Wichtige Veranstaltungen in Rocamadour

  • Festival der sakralen Musik (August 2019)
  • Mongolfiade (September 2019)
  • Mittelalter-Fest (2020)

Ganz in der Nähe: Gouffre de Padirac